Waldkindergarten Klein Hundorf

Seilkonstruktionen

Psychomotorik

„Was hat Rumtoben mit Mathe zu tun?“

Wussten Sie schon, dass Kinder durch vielfältige Bewegung auch ihr mathematisches Verständnis schulen? Bewegung ist nämlich grundlegend für das Lernen und die Entwicklung der Kinder.

In der Entwicklungspsychologie geht man davon aus, dass sich das Denken in den ersten Lebensjahren durch körperliche Erfahrungen entwickelt. Das motorische Lernen und das Überwältigen von Hindernissen sind die Triebfedern der Gehirnentwicklung. Sie wirken sich positiv in allen Entwicklungsbereichen des Kindes aus.

Die Heilpädagogin Diana Saft erklärt: „Fehlt dem Kind die Bewegung, zeigt es später Schwierigkeiten in der Schule. Folglich ist das Selbstbewusstsein eingeschränkt. Und häufig folgen Verhaltensauffälligkeiten, mit denen das mangelnde Selbstbewusstsein kompensiert werden soll. Somit haben viele Verhaltensauffälligkeiten und Wahrnehmungsstörungen ihren Ursprung in dem Bewegungsmangel.“

Über Bewegungsmangel können Kinder in einem Waldkindergarten wirklich nicht klagen. Sie stromern durch Feld, Wald und Wiese, rutschen Böschungen hinunter, klettern auf Steine, springen über Bachläufe und balancieren auf Baumstämmen.

In der Bewegung erweitert das Kind ständig seinen Erfahrungsschatz, der ihm eine Zunahme von Sicherheit, Selbstständigkeit sowie Selbstvertrauen sichert. Dieser Erwerb vielfältiger Kompetenzen mündet schließlich in der individuellen Entfaltung der Persönlichkeit“ schreibt Alexandra Schwarzer in ihrem Buch über Seilspielgeräte im Wald für Kinder.

Der Waldkindergarten Klein Hundorf nutzt die Vorteile von solchen Seilspielkonstruktionen. Sie sind ein Steckenpferd von Wolf Grochowski, einem der drei Erzieher/innen im neuen Waldkindergarten. „Mittels Bewegungsangeboten aus Seilkonstruktionen ist es möglich, die Kinder zu fördern, ohne sie zu überfordern. Der auffordernde und spannende Charakter der Seilaufbauten ermöglicht eine Motivation aus dem Kind heraus“ schwärmt er von den Vorteilen.

Auch das Sozialverhalten kann – je nach Aufbau der Seile – durch das Klettern gefördert werden, z.B. indem das Seil so aufgebaut wird, dass die Kinder aufeinander achtgeben müssen und sich gegenseitig helfen. Dabei lernen sie, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Die gemeinsame Erfahrung stärkt gleichzeitig den Gruppenzusammenhalt und die Integration jedes einzelnen Kindes in die Gruppe.

Also, raus in den Wald, toben und matschen gehen und dabei schlau werden – das sind doch gute Nachrichten für die Kinder, oder?