Waldkindergarten Klein Hundorf

Igel Klein Hundorf

Umsetzung der Bildungskonzeption

Der Waldkindergarten ist ein offiziell vom Jugendamt zugelassener Kindergarten, der wie die Regelkindergärten die Bildungskonzeption Mecklenburg-Vorpommerns umsetzt – nur manchmal mit anderen Materialien. Statt Perlen aufzufädeln fädeln Waldkinder zum Beispiel Eicheln oder Kastanien auf und stellen aus Ton kleine Perlen selbst her. Statt vorgefertigtes Spielzeug zu nutzen bringen die Kinder ihre Phantasie ein: Um mit einem Kaufmannsladen zu spielen, bauen sie sich aus Stöcken selbst eine Ladentheke und bieten Eicheln als Äpfel zum Verkauf an und Blätter als Spinat.

Hier nennen wir Beispiele aus den verschiedenen Bildungs- und Erziehungsbereichen:

Kommunikation, Sprechen, Sprache(n):

  • Hoher Aufforderungscharakter zu sprechen und sich mitzuteilen (Notwendigkeit zur Verständigung im Spiel, z.B. „Das ist ein Bagger.“ > Kind hält einen Stock)
  • Bereitstellung von Mal- und Schreibmaterial
  • Bücher stehen den Kindern bereit und sie erleben, dass diese von den Erziehern häufig und wertschätzend genutzt werden (z.B. Bestimmungsbücher)
  • Konkrete Angebote und Projekte (z.B. Waldtagebuch der Kinder, Experimente, die protokolliert werden)
  • Sprache und Erzählen hat im Kindergartenalltag eine wichtige Rolle (Lieder, Sprüche, Gedichte, Geschichten etc. sind im Alltag fester Bestandteil)
  • Einbeziehen anderer Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Malen usw.

Elementares mathematisches Denken:

  • Erleben von Distanzen durch Bewegung, tatsächliches Begreifen von Länge durch Ablaufen, Orientierung und Wegbeschreibung durch den Besuch verschiedener Waldspielstellen
  • Zählen und Sortieren von Naturmaterialien, Anzahl der Kinder im Morgenkreis
  • Lebenspraktischer Umgang mit Mengen durch Kochen, Backen, landwirtschaftliches Arbeiten
  • Wetter: Thermometer lesen und selber aufschreiben, Regenmenge, Schneehöhe etc.
  • Bauen und Gestalten mit Naturmaterialien: im Kleinen mit Naturmandalas (Muster), bis zu großen Bauten aus Stöcken

(Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrung/ Welterkundung und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen:

Selbstwahrnehmung und soziale Lebenswelt:

  • Durch intensive Rollenspiele lernen die Kinder mit anderen Konflikte auszutragen, sich zu arrangieren.
  • Sie entwickeln ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, Kooperationsbereitschaft und Fähigkeit zur friedlichen Konfliktlösung
  • Die Kinder lernen sich durch die kleine Gruppe sehr gut kennen und sich wertzuschätzen, sie fassen dies oft in Worte und drücken ihre Gefühle aus.
  • Sie erleben sich handelnd und erleben die direkten Auswirkungen ihres Handeln in realen Situationen.
  • Die Kinder bekommen das Gefühl, gebraucht zu werden und lernen Verantwortung zu übernehmen.

Natürliche Lebenswelt:

  • Erleben von Wetter, Temperaturen, Jahreszeiten
  • die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer
  • Erleben aller Gegensätze
  • Naturbeobachtungen: Tiere und Pflanzen
  • zu Hause von Mensch und Tier: Nester, Höhlen, Tipis, Iglus
  • Forschen, Theorien aufstellen, Beschreiben
  • Projekte: Tiere im Winter, Schnee, alles was schwimmt etc.

Raum und Zeit der Lebenswelt:

  • Orientierung nicht anhand von Straßen sondern von landschaftlichen Begebenheiten („hinter dem Trollewald neben dem grünen Tümpel, da wo das Springkraut wächst“)
  • Thematisieren der Uhrzeit durch gemeinsame Tagesplanung / optische oder akustische Merkmale von Zeit (Sonnenstand, Sanduhr, akustisches Signal zur Versammlung etc.)
  • Erfahren der Jahreszeiten: alles verändert sich, immer wieder, manches bleibt gleich, wie war es letztes Jahr?
  • Raumwahrnehmung durch Bewegung

Musik, Ästhetik und bildnerisches Gestalten:

  • Bereitstellung verschiedener Materialien zum ästhetischen Ausdruck: Naturmalfarben, Buntstifte / vieles bietet die Natur selbst: Lehm, Ton, Blätter / Schnitzen / Flechten mit Weidenruten
  • Naturkalender erstellen, eigene Aufzeichnungen machen, Naturmandalas, gestalten des Jahreszeitentisches, 12-Monate-Mini-Museum
  • Gemeinsames Singen und Gedichte sind im Tagesablauf fester Bestandteil
  • Herstellen und Benutzen von einfachen Instrumenten (Klanghölzer, Regenmacher, kleine Trommeln), Tanzen
  • Fotografieren von besonderen Funden, Kunstwerken, Naturphänomenen

Bewegung:

  • Vielfältige Bewegungsanregungen zum Hüpfen, Laufen, Kriechen, Robben, Klettern, Schwingen etc. durch das „ganz normale Spiel“ im Wald und auf den Wiesen
  • Förderung des Durchhaltevermögens und der Ausdauer
  • Kinder erleben ihren Körper in Aktion, lernen ihn kennen, mit ihm gut umgehen, ihn wertschätzen und seine Grenzen einschätzen
  • Feinmotorik: Holz schnitzen, Gemüse schneiden, Samen aussäen, Blumenkranz flechten, Kastanien auffädeln, Steine und anderes sammeln, kleine Tiere auf die Hand nehmen etc.